Vorgeschichte

Ich kann mich leider nicht mehr genau daran erinnern wie die Idee zu diesem Urlaub entstand, aber es muss wohl irgendwann um Weihnachten 2001 herum gewesen sein, als die Frage nach dem nächsten Sommerurlaub aufkam, und die ausgelassene vorweihnachtliche Stimmung für überschäumende Begeisterung sorgte, als die USA als Reiseziel vorgeschlagen wurden! Es verbreitete sich eine regelrechte Hysterie unter den potentiellen Teilnehmern und es wurde beschlossen, die Planung so schnell als möglich in Angriff zu nehmen!

Als wir dann zum Silvester Feiern in die Schweiz gefahren sind, hatte die Marion zur allgemeinen Freude schon einen ersten Katalog besorgt. Stundenlang konnten wir über Reiseangebote diskutieren ohne dass unsere Euphorie nachgelassen hätte!

In den darauf folgenden Tagen kristallisierte sich dann nach und nach heraus, wo genau die Reise hingehen soll und was alles besucht werden muss!

Dann wurde schließlich die Frage nach einem Termin für den Urlaub laut, und schon hatten wir ein mittelschweres Problem, das zu lösen wir uns nur mit Hilfe moderner Technik in der Lage sahen. So wurde eine Exceltabelle erstellt, in der ein Kalender für das komplette Jahr 2002 untergebracht war, in dem jeder eine Spalte bekam, die er farblich ausfüllen musste, je nachdem, wie gut der entsprechende Termin für ihn machbar war. Am Ende wurde die Tabelle ausgewertet, und es stellte sich heraus, dass wir im Mai die meiste Zeit zur Verfügung hatten und so ist jeder von uns zu seinem Chef gerannt, und hat vorsorglich mal einen großen Urlaub ab Ende April angekündigt.

Aber wie das Leben eben spielt: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Ein paar Tage später ereilt mich mitten im Büroschlaf ein Anruf! Als mich das Klingeln des Telefons aus den Träumen gerissen, und ich den Hörer abgenommen hatte, meldete sich am anderen Ende ein ziemlich kleinlauter Guido, der mir beichtete Mist gebaut zu haben. Er hatte vergessen, dass er bis Ende Mai ein Projekt fertig stellen musste, und dass er darum auf keinen Fall Urlaub in diesem Zeitraum nehmen konnte!

Prima! Nachdem er an alle Miturlauber eine E-Mail mit einem Bericht seiner Panne verschickt hatte, folgten die wüsten Beschimpfungen und Beschwerden grenzenlos enttäuschter Menschen. Der Mai war die einzigste Chance gewesen, vor den Sommerferien in den Urlaub zu kommen, und nach den großen Ferien war es uns unmöglich gewesen, einen Termin zu finden!

Da wir aber nicht so schnell aufgeben, haben wir beschlossen das ganze noch mal neu anzugehen, und siehe da, wir konnten uns auf Mitte Juli bis Mitte August einigen und diesmal war die Freude beinahe überwältigend, denn nun schienen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, und der Urlaub in greifbare Nähe gerückt!

Am Samstag den 26. Januar haben wir uns auf die Füße gemacht, um arme Reisebürokaufleute zu testen! Nachdem wir in zwei Reisebüros und beim ADAC waren stapelte sich ein ansehnlicher Berg der erbeuteten Materialien auf dem Rücksitz von Marions Astra; darunter Unmengen von Katalogen, kostenlose Landkarten vom ADAC, ein kostenloser Straßenatlas aus dem Reisebüro, ein für teures Geld erkaufter USA-Atlas und jede Menge anderer nützlicher Informationsträger, die lebenswichtige Hinweise zu Themen geben wie

Am Sonntag den 27. Januar ging es dann an die Feinarbeit und wir brüteten Stunden lang über Reisekatalogen und berechneten Preise für Flüge, Mietwagen und "Fly & Drive" Reisen. An dieser Stelle sei einmal gesagt, dass diese Preistabellen nur von Leuten mit langjähriger Spezialausbildung gedeutet werden können, und dass man als Laie niemals die Gewissheit haben wird, ein mit der Realität übereinstimmendes Ergebnis zu haben! Wenn euch meine Meinung interessiert, dann sage ich euch, dass das mit Absicht so gemacht wurde, um verzweifelte Fernwehgeplagte wie uns von einem Reisebüro abhängig zu machen!

Aber wir sind tapfer, und nachdem 4 Personen gute 3 Stunden Rechenarbeit über ungezählten Katalogen geleistet hatten, war es uns gelungen, Vergleiche zu ziehen. Nun war wenigstens schon mal in etwa klar, was im Voraus an Kosten auf uns zukommen würden.

Nach einer knappen Stunde Pause und unterschiedlichen, kulinarischen Hingebungen, machten wir uns dann über die Landkarten her. Wir suchten alle die von uns notierten Punkte und berechneten aus diesen Punkten eine Strecke, die wir auf 23 Tage aufteilten. Gegen 19:30 Uhr war dann unser Soll erfüllt und in unseren rauchenden Köpfen verdrängte die Vorfreude das Zahlengewirr der vergangenen 5½ Stunden.

Gebucht haben wir dann am Donnerstag drauf, da hat die Marion ein Angebot von ihrem Reiseservice in der Firma bekommen, die uns einen guten Preis gemacht haben.

Da aber auch das Schicksal einen Prügelknaben braucht, spielte es uns noch ein zweites mal übel mit; und zwar in Form eines nicht genehmigten Urlaubs. Wir hatten uns leider genau den Zeitraum für unseren Urlaub ausgesucht, in dem bei mir im Büro sowieso schwach besetzt ist. Über zwei Wochen musste ich warten, nicht wissend, ob ich nun gehen darf oder nicht. Und dann eines Tages kam die freudige Nachricht: Mein Urlaub wurde genehmigt! Jubel brach aus, und von dem Tag an gab es kein Halten mehr!

Ab jetzt wurden konkrete Planungen vorgenommen. Wie sagt man so schön? Wir haben Nägel mit Köpfen gemacht! Es wurden Reisepässe beantragt, Kreditkarten, die für einen USA-Aufenthalt unbedingt von Nöten sind, wir haben das eine oder andere Motelzimmer vorgebucht und versucht unsere Englischkenntnisse aufzufrischen. 50% von uns sprechen ja ganz gut Englisch, aber die andere Hälfte, zu der ich übrigens auch gehöre, haben nur klägliche Englischkenntnisse. Es ist eben schon viel zu lange her, dass man es in der Schule gelernt hat, und wenn man es dann beruflich oder wegen mir auch privat nie braucht, dann vergißt man eben die Hälfte wieder. Egal, wir werden das schon auf die Reihe bekommen!

Die letzten Tage vor der Abreise zogen sich in die Länge wie alter Kaugummi, aber das letzte Wochenende in "good old Germany" stand im Zeichen des Musikvereinsommerfestes und wir waren so beschäftigt, dass auf einmal die Zeit, die zum Packen und Vorbereiten übrig blieb, beinahe zu knapp war.