03.08. - 05.08. San Francisco / CA

Samstag 03. August 2003 Fishermans Wharf und Cablecar

Von unserem Nachtlager aus war es nur noch ein Katzensprung bis San Francisco, aber wenn man mal am Ortsschild vorbei ist, dann ist man ja noch lange nicht da. Wen interessieren schon die unzähligen Vororte, wir wollten ins Zentrum, an die Bucht von San Francisco, nach Downtown, an die Fishermans Wharf, dorthin, wo das Leben tobt, ins Herz der Stadt. Wir haben das erstemal die San Francisco Bay überquert, allerdings nicht über die Golden Gate Bridge, sondern über die Bay Bridge, die genaugenommen deutlich länger ist. Außerdem hat sie vier Spuren, und zwar in jede Richtung und das auf zwei Etagen. Ein beeindruckendes Bauwerk, über das man mitten rein nach Downtown kommt. Schon beeindruckend diese riesigen Glaspaläste, zwischen denen es vor Menschen nur so wimmelt.

Der Stadtverkehr in San Francisco ist allerdings nicht ganz so lustig! Es ist nicht wie in L. A., dass man einfach auf der Autobahn dort hinfährt, wo man hin will, nein, man muss sich über steile Straßen quälen und über Kreuzungen auf denen Straßenbahnen und Cablecars fahren, die nicht mal ampelgeregelt sind. Genaugenommen ist es die reinste Hölle, und für Touristen, die nicht mal genau wissen wo sie hin wollen kann das zu einem echten Problem werden. Wir haben es allerdings geschafft ein Motel zu finden, haben auch noch zwei Zimmer bekommen und wären beinahe bewußtlos geworden vor Freude, als wir feststellten, dass wir unsere schweren Koffer über eine Außentreppe zwei Stockwerke nach oben schleppen mussten. Aber auch das haben wir geschafft, und belohnt wurden wir mit einem Zimmer, wie wir bis dahin noch keines hatten. Klar im Death Valley hatten wir auch einen Kühlschrank im Zimmer, und in Las Vegas war bestimmt irgendwo eine Minibar die wir nicht benutzt haben, aber in San Francisco waren ein Kühlschrank, ein Videogerät und eine Mikrowelle im Zimmer. Was braucht man mehr zum Leben?

Warm war es allerdings nicht in Frisco und als wir kurze Zeit später die Zimmer wieder verließen, um mit dem Bus an die Fishermans Wharf zu fahren, habe ich meine Jacke angezogen. 25C können wirklich kalt sein, wenn man zwei Tage vorher noch bei 52C war.

Bus fahren in S. F. ist lustig! Haltestellen erkennt man daran, dass eine gelbe Banderole um einen Laternenmasten gewickelt ist auf der steht, welche Buslinien an der Haltestelle halten. Die Busse fahren sehr unregelmäßig, aber das stört dort niemanden, dass die Stromabnehmer hin und wieder von der Leitung springen macht auch nichts weiter aus, und so herrscht in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt San Francisco eine sehr angenehme und entspannte Atmosphäre. Auch wenn die Busse zum Überlaufen voll sind!

An der Fishermans Wharf kann man alles kaufen, angefangen von dem was aus dem Meer gefischt wird, über Souvenirs bis hin zu Klamotten. Es gibt unzählige Restaurants und Bars, an jeder Ecke mindestens einen Straßenkünstler, es riecht nach Meer, man hört die Möwen und die Seelöwen schreien, die in einem alten Hafenbecken auf schwimmenden Holzplattformen ein Zuhause gefunden haben, und hin und wieder ertönt das Nebelhorn eines Schiffes. Eben eine richtige Hafenstadt!

Wir waren dann am Pier 39, dem Zentrum dieses munteren Treibens und haben dort ein Restaurant gefunden, das wohl einem Schweizer gehört und beschlossen dort etwas nahrhaftes zu uns zu nehmen. Die Begeisterung für den frischen Fisch und andere Meeresbewohner konnte ich allerdings nicht teilen, und so hab ich die Spaghetti, die alle anderen mit Krabben bestellt haben, mit Chicken bestellt, da weiß man wenigstens was man hat.

Anschließend haben wir uns auf eine Stadtrundfahrt via öffentliche Verkehrsmittel gemacht. Schon allein das Mitfahren in den Straßenbahnen oder Cabelcars ist ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte wenn man schon mal in San Francisco ist. Es gibt unglaublich viel zu sehen, die Bevölkerung ist so bunt und zum Teil so durchgeknallt, sie zu beobachten ist besser als Fernsehen.

Zurück an der Fishermans Wharf haben wir einen Chinesen gefunden, der mit kunstvollen bunten Buchstaben die Namen seiner Kunden zu Papier gebracht hat. Pro Buchstabe ein Dollar, und weil wir gleich 5 Namen haben schreiben lassen, haben wir für jeden Namen einen Dollar weniger bezahlt.

Zum krönenden Abschluß haben wir noch eine Bar aufgesucht in der wir erst dem Barkeeper erklärt haben, wie man bei uns einen B52 macht und dann haben wir ihm noch unsere Euroscheine gezeigt, von denen er völlig begeistert war. Die Amerikaner sind es eben nicht gewohnt, dass Geldscheine auch unterschiedlich groß und farbig sein können. Auf die Frage wo genau aus Deutschland wir denn herkommen würden haben wir mit "Stuttgart" geantwortet, und was meint man was diesem Amerikaner zu dieser Stadt eingefallen ist? Ich hätte ja 100 Dollar auf Mercedes gesetzt und hätte gnadenlos verloren. Der gute Mann ist anscheinend Porsche-Fan!

Sonntag 04. August 2002 Frust-Shopping

Eigentlich wollten wir nach Alcatraz, aber als wir an den Schalter kamen, an dem man Tickets für die Überfahrt mit dem Schiff kaufen kann, hat man uns gesagt, dass bis Donnerstag alles ausverkauft sei. Das Angebot uns Fahrkarten für den Donnerstag zu verkaufen war sicher gut gemeint, da aber am Freitag unser Flug in Richtung Heimat ab L.A. ging, hinfällig. So haben wir uns eben für Shopping entschieden!

Vorher sind wir allerdings noch auf den Telegraphtower, an den eine Buslinie fährt, mit der man stundenlang im Stau steht. Dann steht man noch eine halbe Ewigkeit am Aufzug im Turm an und dann wird man mit x anderen Touristen in den kleinen Kasten gepfercht und auf den vermutlich höchsten Punkt San Fanciscos gefahren.

Vom Turm hat man eine geniale Aussicht über die Stadt und die Bucht, dafür wird man fast von all den anderen Touris zusammengetrampelt.

Als wir das gut überstanden hatten, sind wir aufgebrochen in Richtung Innenstadt um den Überschuß in den Urlaubskassen abzubauen.

In San Francisco gibt es Kaufhäuser in denen die Rolltreppen um Kurven gehen. Im Ernst, so was hab ich in Deutschland noch nicht gesehen. Wir haben dann ganz ordentlich Dollars liegen lassen. Es ist aber auch zu verführerisch, wenn man Jeans anschaut, die in Deutschland mehr als das Doppelte kosten.

Den prägendsten Eindruck hinterließ an diesem Tag ein Mann um die 50, der die Straßenbahn bestieg, mit roten Pumps, rotem knielangem Rock, unrasierten Beinen ohne Strumpfhose, einer gestrickten Mütze auf dem Kopf und einem Arm voller Tüten in der Hand. Er war super geschminkt, dafür nicht rasiert. Man kann in San Francisco schon lustige Gestalten treffen.

Nach ausgiebigem Geldverprassen auf der Shoppingmeile haben wir dann noch das Hardrockcafe besucht, wo wir auch noch mal ein einige Dollar für Souvenirs aus Textilien ausgegeben haben.

Alles in Allem ein echt anstrengender Tag, an dem ich mir fast die Finger an den schweren Tüten zerschnitten hätte.

Montag 05. August 2002 - Highway 1 oder warum man rechtzeitig tanken sollte

Da wir bis dahin weder das Cablecarmuseum noch die Golden-Gate-Bridge gesehen hatten mussten wir das an diesem Morgen noch schnell erledigen. Also erst mal rein ins Cablecar und auf zum Museum. Prinzipiell war es wirklich interessant, aber ziemlich klein. Die Golden-Gate-Bridge war aber wirklich sehenswert, auch wenn die ersten Fotos aus dem fahrenden Auto nicht besonders geworden sind. Touris hatte es ausreichend und so mussten wir erst mal am Parkplatz Schlange stehen bis wir unser Auto abstellen konnten.

Als das komplette Sightseeingprogramm dann endlich durch war, machten wir uns auf den Weg in Richtung Highway 1, der sich ganz gemütlich an der kalifornischen Pazifikküste lang schlängelt.