28.07. - 29.07. Bryce Canyon / UT

Sonntag 28. Juli 2002 Das Pinienklo

Heute steuerten wir den Bryce-Canyon an. Von Kanab aus ist das nicht mehr weit. Bei der Ankunft bezogen wir erst mal unser Zimmer im "Best-Western-Motel", das ja schon zur "gehobenen" Preisklasse gehört, wie wir nach dem Besuch des Monument-Valleys feststellen durften. Allerdings waren die Matratzen super weich, und man hatte eher das Gefühl, in einer Hängematte zu liegen. Man kann sich aber auch daraus einen Spaß machen, schließlich waren wir im Urlaub und haben in allem etwas positives entdecken können: Man lege sich auf quer aufs Bett, am besten auf den Bauch, und suche sich jemanden, der nun gleichmäßig und kräftig immer die Füße nach unten drückt. Funktioniert besser wie ein Trampolin. Aber Vorsicht, Absturzgefahr! Das Klo allerdings war super! Es hatte ein Fenster, dass zur Rückseite des Hauses raus ging, und der mehr oder weniger aufdringliche Duft des nahegelegenen Pinienwaldes durchströmte den Raum. Besonders reizvoll, wenn vorher jemand ein längeres Geschäftchen verrichtet hatte, denn dann roch es, als hätte einer in den Wald geschissen; Um mich mal ordinär auszudrücken. Gegenüber vom Hotel, also auf der anderen Straßenseite, befand sich die Nachbildung einer kleinen Goldgräberstadt, die nur aus "Gift-Shops" bestand. Dort konnte man von der Trapper-Biberfell-Mütze bis hin zum Ring mit geschliffenem Edelstein alles kaufen. Also was das Merchandising angeht, da sind die Amis unschlagbar!

Der Bryce-Canyon an sich, den wir natürlich auch angeschaut haben, besteht aus vielen, willkürlich in die Landschaft gesetzten Säulen aus - ich schätze mal Sandstein. Wir sind den ganzen Nachmittag von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt getingelt und haben uns dabei von den Touristenhorden beinahe zertrampeln lassen.

Auch beim Bryce-Canyon handelt es sich um eine Sehenswürdigkeit, die auf keiner Reise durch den Süd-Westen der USA fehlen darf.

Da es neben dem Restaurant im Hotel nur noch eine Fastfoodbude gab, haben wir uns für ein Essen vom Buffet entschieden. Wir haben eine gute Wahl getroffen, denn es gab wirklich alles. Angefangen von unzähligen Salaten mit verschiedensten Soßen, über unterschiedliche Fleischsorten mit allen erdenklichen Beilagen bis hin zu super leckeren Nachtischen.

Als wir einige Zeit später mit gefüllten Bäuchen das Restaurant verlassen haben, haben wir uns noch mal auf den Weg zum Canyon gemacht um den im Reiseführer so hochgelobten Sonnenuntergang zu bewundern.

Es gibt ja an jedem Canyon in Amerika zwei ganz besondere Aussichtspunkte, einen um den Sonnenaufgang besonders gut bewundern zu können und das gleich noch mal für den Sonnenuntergang. Wir waren wohl zur falschen Jahreszeit da, denn die Steine verfärbten sich im Licht der untergehenden Sonne nicht annähernd so schön wie der Autor des Reiseführers berichtet hat. Dafür fielen die Temperaturen unter 25C, was uns ordentlich zu schaffen machte, denn wir waren ja das Doppelte gewohnt.

Zurück im Hotel haben wir uns auf den Weg zum Indoor-Pool gemacht, der überraschend belebt war.

An diesem Abend sind mir leider noch die aus Deutschland mitgebrachten Zigaretten ausgegangen, und so musste ich das erste mal in meinem Leben auf amerikanische Marlboro light zurückgreifen. GRAUENVOLL!!! Also die Menschen, die behaupten, dass türkische Zigaretten nach Kamelscheiße schmecken, die haben noch nie amerikanische geraucht. Meine Theorie: Die gesundheitsfanatischen Amerikaner fügen ihren Zigaretten widerliche Geschmacks- und Geruchsstoffe bei, um den sündigen Nikotinsklaven ihre Sucht abzugewöhnen. Darum rauchen auch so wenig Amerikaner! Aber gut, man gewöhnt sich an alles!