20.07. - 21.07. Palm Springs / CA

Je weiter wir uns von L.A. entfernten um so weniger Grün war die Landschaft und bald schon waren wir mitten in der Wüste. Lange gab es wirklich gar nichts zu sehen, und dann auf einmal Windkraftwerk an Windkraftwerk. Ohne Scherz, es müssen Tausende gewesen sein! Die wachsen rings um Palm Springs! Ok, natürlich wachsen sie da nicht wirklich, aber man könnte meinen, dass sie das tun; wie Löwenzahn oder Gänseblümchen. Die müssen da nur so aus dem Boden schießen; bing, bing, bing, eins nach dem anderen, wie Unkraut.

Hat man den Ring von Windrädern durchbrochen, kommt man in die Stadt. Stadt ist vielleicht übertrieben, aber zumindest eine größere, von Menschenhand erschaffene Siedlung. Und plötzlich ist wieder alles grün! Es stehen riesige Palmen am Straßenrand, um sämtliche Häuser herum wächst Gras und große blühende Büsche. Die Gehwege auf der "Einkaufsmeile" werden mit fein zerstäubtem Wasser besprüht, damit man die 43°C im Schatten überhaupt aushält. Vielleicht sollten sie auch nach dem Essen im Restaurant Baldriantropfen verteilen, damit man die Zahl auf der Rechnung aushält. Ich hab immerhin 120 Dollar für vier Personen gezahlt, und wir hatten wirklich nix ausgefallenes. Jeder ein Stück Fleisch mit Beilage, und ein Getränk. Na ja, irgendwie muss das ganze Wasser, was die dort brauchen, ja auch finanziert werden.

Dafür war der Pool vom Hotel dezent von unten beleuchtet, und offen bis 24:00 Uhr oder so ähnlich. Außerdem war er wärmer wie meine Badewanne daheim. So haben wir noch ein Mondscheinbad genommen und haben prompt gefroren, als wir zurück ins Zimmer sind. In diesem gab es diesmal sogar eine Kaffeemaschine und ich hab mir gleich das Päckchen mit dem Kaffeepulver als Souvenir eingeschoben. So wie ich in jedem Motel die kleinen Shampoofläschchen und die Seifen mitgenommen habe. In den meisten gab es auch Streichhölzer und ich hab fleißig gesammelt; ist schließlich mitbezahlt!

Sonntag 21. Juli 2002 – Die Entdeckung der "Durchs-Bild-Weh-Büsche"

Ein Morgen ist erst so richtig schön, wenn man einen klimatisierten Raum verläßt, und im nächsten Augenblick von der Sonne erschlagen wird, die einem schon zu so früher Stunde eine Außentemperatur von annähernd 40°C um die Ohren haut. So ist das wenn man mitten in der Wüste sitzt! Das Frühstück war auch nicht gerade aufbauend! Vor dem kleinen Kabuff, das die Rezeption darstellen sollte, standen zwei Tische, auf einem kleinen Schränkchen daneben stand ein Tablett mit Donuts und Apfeltaschen, daneben die obligatorische Kaffeemaschine, die dort sowieso keiner richtig bedienen kann, und um die Ecke ein Saftautomat aus dem man "Applejuce" "Orangejuce" und "Cranberryjuce" raus lassen konnte. Die Säfte waren übrigens gut, nur die Becher ein wenig zu klein. Hätten wir länger in diesem Motel gewohnt, dann hätte ich mir einen Stuhl neben den Automaten gestellt. Aber wir sind ja nur eine Nacht geblieben, und so haben wir nach dem Frühstück wieder alles ins Auto gepackt und haben uns auf den Weg zum Joshua-Tree-Nationalpark gemacht.

Kaum hatten wir die Stadt verlassen, befanden wir uns wieder mitten in der Wüste. Das einzige, was dort in Mengen wächst, sind diese "Durchs-Bild-Weh-Büsche". Man kennt ja diese Kameraeinstellungen aus guten Western, wo man eine menschenleere alte Stadt sieht, durch deren staubige Straßen diese kugelförmigen, verdorrten Büsche wehen; das sind "Durchs-Bild-Weh-Büsche"! Die gibt’s dort überall!

Wir waren noch nicht allzu lange unterwegs, als wir die Einfahrt zum Joshua-Tree-Nationalpark erreicht hatten, der ebenfalls nur aus Wüste besteht. Der Joshua-Tree-Nationalpark heißt so, weil in ihm die Joshua-Trees wachsen, und die wachsen nur dort. Allerdings bin ich mir bis heute nicht sicher, ob es sich bei den Joshua-Trees nun um die komischen Minipalmen handelte oder um die seltsamen Kakteen, die aus weißen und braunen Knubbeln bestanden.

Einen Kojoten haben wir auch gesehen, der stand einfach so am Straßenrand und hat den vorbeifahrenden Autos nachgeschaut.

Am besten fand ich allerdings die Holperpiste auf der wir einen kleinen Abstecher gemacht haben. Man hätte von dort aus eine alte Mine erreichen können, allerdings zu Fuß. Ich wurde überstimmt und weiter ging die Fahrt. Zuerst fand ich es ja recht amüsant, aber irgendwann gingen mir meine Beifahrer auf den Keks! "Fahr langsam, du machst die Stoßdämpfer kaputt!" "Fahr schneller, dann spürt man die Straßen­unebenheiten nicht so!" "Kannst du nicht vorsichtiger fahren, damit es nicht so holpert!" Auf einer Straße, die ausschließlich aus Schlaglöchern besteht, holpert es immer, egal wie man fährt! Für die Zukunft: Hast du kein geländegängiges Fahrzeug, dann bleib auf der Straße!

Als wir am anderen Ende den Nationalpark wieder verlassen haben, haben wir erst mal einen McDonalds aufgesucht. Im Prinzip unterscheiden sich die amerikanischen kaum von den deutschen McDonalds, außer in der Tatsache, dass man dort seinen Becher so oft auffüllen kann wie man will. Das Angebot an Nahrungsmitteln ist quasi identisch mit dem bei uns, außer bei den Getränken, da variiert es des Öfteren.